Groß und mächtig, das sind die Attribute, die viele Burgbesucher interessant finden. Im Gegensatz zu den kleinen Anlagen (siehe Klein aber mein) machen die größeren Anlagen einfach auch mehr her. Meist ist es die Umbaute Fläche, die beeindruckt, manches Mal aber auch die Größe einzelner Bauteile. Jeder Burgbesucher kennt die Situation: Man hat sich einen Berg hinaufgequält (je nach Kondition) und steht dann vor einem mächtigen Bauwerk, das einen erschauern lässt. Nebenstehend ein Beispiel, der Zugangsbereich der Hardenburg, RLP, Bad Dürkheim.

Erkennbar sind einige Umbauten, so wurde beispielsweise das Tor stark verkleinert, links davon ist eine Baufuge zu erkennen und weiter oben ist erkennbar, dass der Verbindungsbau, die so genannte „Große Kommunikation“, erst später entstand und komplett gemauert ist.

Die Hardenburg, eine Gründung der Grafen von Leiningen, wurde auf Grund und Boden des benachbarten Klosters Limburg erbaut. Dies führte immer wieder zu Streitigkeiten mit den Mönchen der Abtei. Diese wurden zwar beigelegt, flammten aber immer wieder auf. Im Zuge des „Landshuter Erbfolgekriegs“ wurde im August 1504 das Kloster von Emich (IX.) von Leiningen-Hardenburg niedergebrannt und nahezu komplett zerstört.

Die Hardenburg selbst überstand fast unbeschadet (Teile der Festungswerke wurden 1692 von französischen Truppen zerstört) bis 1794. Es waren abermals französische Soldaten, welche die Burg niederbrannten. Als Residenz diente sie da schon lange nicht mehr, denn die Grafen von Leiningen-Hardenburg hatten sich in der Stadt ein Schloss bauen lassen und hatten ihren Wohnsitz 1725 dorthin verlegt.

Sollten Sie einmal in die Nähe von Burghausen in Bayern kommen, so planen Sie unbedingt einen Besuch der dortigen Burg ein. Mit über einem Kilometer Länge ist sie die längste Burg Europas. Das Aussehen wird durch die vielen kleineren Vorhöfe, die jeweils ummauert sind und eigene Toranlagen haben, bestimmt. Insgesamt gibt es 6 davon. Der Burgweg, welcher heute am Parkplatz im ehemaligen Wehrgraben beginnt, zieht sich dann über den Kamm eines, die Stadt beherrschenden Hügels in einer Höhe von ca. 400 m über Normalnull bis hin zur Hauptburg. Diese war bis 1504/1505 Residenz der bayrischen Wittelsbacher.

Auch als Filmkulisse diente die Burganlage bereits mehrfach. Teile von Wickie auf großer Fahrt, 1 1/2 Ritter und eine der Neuverfilmungen von „Die 3 Musketiere“ wurden hier gedreht. Die Hauptburg beherbergt ein Museum und in der ehemaligen Burgkapelle der Burg kann man sich äußerst romantisch trauen lassen.

Das Elsass war schon immer Burgenland. Etliche Anlagen haben die Zeiten zumindest als Ruinen überdauert und zieren noch heute  Bergkuppen. Eine besonders imposante Anlage ist die Hohkönigsburg bei Orschwiller in 757m Höhe.

Erbaut wurde die Burg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Reichsburg von den Staufern, Ersterwähnung ist im Jahr 1147. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach erobert und zerstört:

  •  1454 von Kurfürst Friedrich dem Siegreichen
  •  1462 wegen angeblicher „Raubritterei“
  •  1633 im 30-jährigen Krieg von den Schweden

Nach dem Krieg 1870-1871 wurde das Elsass Preußisch und 1899 schenkte die Stadt Schlettstadt die Ruine dem Kaiser Wilhelm II. welcher sie durch Bodo Ebhardt wieder aufbauen ließ. Die Burg ist also kein Original, wie viele glauben, sondern leider nur die Vorstellung einer solchen Burg eines burgenbegeisterten Architekten. Einen Besuch ist die Anlage jedenfalls immer wert.