Schießscharten

Unabdingbar als Statussymbole und zur realen Verteidigung der Burgen waren die meist zahlreichen Scharten in den Mauern und Türmen. Schartenformen gibt es zu Hauf, hier im Folgenden eine Zusammenstellung von mir gefundener Scharten:

Schlitzscharte mit Schießkammer, Amöneburg, Hessen

Schlitzscharte, was diese auch genau beschreibt. Ein einzelner Schlitz in der Mauer. Ohne die Schießkammer handelt es sich meist um einen Lichtschlitz. Für Bögen und Armbrust. Die Schießkammer dehnt sich noch unter dem Bodenniveau aus, daher fragen sich manche, wie es denn möglich war, aus diesen Scharten zu schießen.

Zu den Diskussionen hierüber siehe R. Bernges auf seiner Webseite   http://www.bernges.de/schiessscharten.htm.

Nach meiner Meinung sind seine Thesen teils fundiert, teils auch voreilig und nicht genügend untermauert. Doch nun zur nächsten Form, einer Weiterentwicklung der Schlitzscharte.

   

Schlüsselscharte an Flankierungsturm beim Halsgraben

Die Schlüsselscharte, hier auf Burg Altdahn, RLP, entwickelte sich nach dem Einsatz von Feuerwaffen auf Burgen. Die Schlitzscharte wurde an einem Ende, meist dem unteren, erweitert, damit man mit Feuerwaffen auf den Feind wirken konnte. Die Formen sind dabei sehr vielfältig. 

http://www.burgenseite.com/ls/scharte_txt.htm

bietet eine Menge an Bildbeispielen und Texterklärungen.

 

 

 

 

Kreuzschlitzscharte, Raglan Castle, Wales

Eine besonders „schöne“ Scharte findet sich in Raglan Castle in Wales. Die Sonderform Kreuz war vor allem in Kreuzfahrerburgen beliebt, wurde aber auch an Burgen in Europa eingesetzt, wie man sieht. Zu der Symbolwirkung gesellte sich ein erweitertes Schussfeld nach oben, unten und zu den Seiten. Die runde Scharte darunter war wohl eine Feuerwaffenscharte.

Maulscharte im Zwinger, Burg Nanstein, RLP

Ebenfalls schön gearbeitet sind die so genannten Maulscharten, welche der Verteidigung mit Kanonen dienten. Die Scharte ist „abgetreppt“, um ein direktes Treffen in die Schiessöffnung zu verhindern. Diese Aufnahme stammt von der Burg Nanstein bei Landstuhl, aber auch an der Burg Neudahn bei Dahn, RLP gibt es schöne Exemplare zu sehen.

Brillenscharten, Wasserburg Reipoltskirchen, RLP

Eine Sonderform der Maulscharten sind die oben dargestellten Brillenscharten. Der Grund für Ihren Einsatz waren wohl hauptsächlich ästhetische Gründe, auch konnte man durch die eine Öffnung visieren und durch die andere schießen.

Kenne sie auch außergewöhnliche Scharten? Dann bitte fotografieren und senden. Wir freuen uns über jede Information von unseren Lesern.

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