Heute will ich mich einem der wichtigsten Burgteile widmen, dem Torbau. Selbst die stärkste Burg mit den dicksten Mauern benötigt einen Zugang, sonst ist sie für den Besitzer nutzlos. Genügten am Anfang noch einfache Tore, um den Zugang abzuriegeln, wurden mit zunehmender Entwicklung der Angriffswaffen Modifikationen nötig. Diese gipfelten in den sehr viel mehr der Repräsentation als der Verteidigung dienenden Torbauten.

Die Entwicklung der Torbauten sei hier schematisch dargestellt:

Wie erkennbar, lief die Entwicklung von einfachen Toren im Mauerbering über die Zangentore mit eingezogenen Wangen aber noch einem Tor zu den Kammertoren, die als Zangentore mit 2 Toren anzusprechen sind, aber nach oben offen waren. Geschlossene Kammertore (also mit geschlossener Decke) führten zum Torturm, manche mit mehreren Stockwerken. Der Torbau als Abschluss hatte bewohnbare Räume über dem Tor und war mehr darauf ausgelegt, repräsentativ zu wirken, als wirksam den Zugang zu verhindern und zu verteidigen.

Im Bild oben ist der nördliche Torbau der Burg Friedberg in Hessen dargestellt. Den zu Grunde liegenden Torturm kann man in dem Gebäude noch erkennen.