Schartenformen

Einfachste Schartenform ist die nach ihrer Form benannte Schlitzscharte. Sie wurde für Bogen- und Armbrustschützen benutzt. Zu beachten ist die Schießkammer, welche dem Schützen eine Erweiterung seines Schußfeldes durch Verschwenken der Waffe erlaubt. Fehlt diese Schießkammer, so ist die vermeintliche Scharte nur ein Lichtschlitz (Beaumaris Castle, Wales, UK).

Eine Weiterentwicklung stellt diese, weitverbreitete Schartenform dar. Ein schmaler Sehschlitz wurde mit einer einem Schlüsselloch ähnlichen Erweiterung versehen. Diese Art von Scharten findet sich sehr oft ab dem 15. Jahrhundert, denn hauptsächlich diente diese Schartenart der Verteidigung mit Schußwaffen. Häufig besitzen diese Scharten in der Schießkammer noch Schlitze für den Einsatz eines Prellholzes. Hier wurde der Haken der „Hakenbüchsen“ benutzt, um den Rückstoß beim Schuß aufzufangen (Altdahn, Dahn, RLP).

Kreuzscharte: eine Spezialform der Schlitzscharte mit zusätzlichem vertikalem Schlitz. Wurde vor allem mit Armbrüsten benutzt. Häufig auch wegen der Symbolik verwendet.

Hier ist eine englische Kreuzscharte zu sehen, mit einer zusätzlichen Runden Scharte darunter (Raglan Castle, Wales, UK)

Ebenfalls seltener anzutreffen und ein weiterer Spezialfall: die Spatenscharte. Eigentlich eine Schlüsselscharte, jedoch mit Ausweitung nach unten und zu den Seiten. Von vorne ähnelt die Form einem Spaten, daher die Benennung (Veste Coburg, Coburg, BY).

Bei Burgen, welche zur Verteidigung mit Kanonen umgestaltet wurden, findet sich diese Schartenform recht häufig, die Maulscharte. Oft noch mit einem Tierrelief versehen, öffnet sich die Scharte im „Maul“ des jeweiligen Tieres. Hieraus wurde die jeweilige Burg mit diversen Kanonen in verschiedenen Größen verteidigt (Hardenburg, Bad Dürkheim, RLP).

Weitere Infos und viele Bilder von Schießscharten auf Aigners Burgenseite unter diesem LINK.