Maschikulis, Hurden etc.

Beispiel einer Hurde aus Voillet-Le-Duc, Militärarchitektur

Oft wurden zur Verteidigung Mauern mit An- oder Einbauten versehen, welche die Effektivität steigerten. Mit manchen wurde auch der sonst schwer erreichbare Mauerfuß verteidigungsfähig (Hurden, Wehrerker), oder es wurde eine zusätzliche Verteidigungsmöglichkeit geschaffen (Maschikulis). Hierzu gehören auch Sperrmassnahmen (Fallgatter, Zugbrücken) und Angriffsöffnungen (Mörderlöcher).

In Obenstehender Abbildung einer Hurde erkennt man sowohl den hölzernen Aufbau an der Wehrmauer, als auch einen durch Quergelegte Holzbohlen geschützten Angriffsstollen, um an den Mauerfuß zu gelangen.

Maschikulis am Haupttor von Conwy Castle, GB, Wales, eigen Aufnahme. Zu erkennen sind ebenfalls eine Schlitzscharte zur Bestreichung des Platzes vor dem Tor sowie die Führungsnut für ein Fallgatter im Tor.

Maschikulis sind Einbauten oder gemauerte Vorsprünge an Wehrmauern. Sie ermöglichen den Beschuss oder das Bewerfen von Angreifern aus einer geschützten Position auf der Mauer. Die Verteidiger schießen dabei durch einen schräg nach unten verlaufenden Kanal. Mit Wurfgeschossen ist so auch der Mauerfuß zu erreichen. Maschikulis finden sich auch an Wehrtürmen und Stadtmauertürmen.

Wehrerker an der Ringmauer des "Auerbacher Schlosses", HS, eigene Aufnahme

Wehrerker dienen als “kleine Hurden” dem Schutz von kleinen Bereichen der Burg, meist einem Zugang. Neben einer Öffnung im Fußboden besitzen sie oft eine Schießscharte. Da aus ihnen auch Steine und Flüssigkeiten auf Feinde direkt vor dem Tor geworfen und geschüttet werden konnte, werden sie häufig fälschlich auch “Pechnase” genannt.

Fallgatter am Tor der Bertradaburg in Mürlenbach, RLP, eigene Aufnahme

Fallgatter dienten ebenfalls dem Schutz von Zugängen. Sie konnten sehr schnell herabgelassen werden und durch ihre Konstruktion aus schweren, dicken Holzbalken einen Sturmangriff effektiv verhindern. Bei einigen Burgen finden sich im Torweg (eine Art Tunnel, welche Besucher durchschreiten oder -reiten mussten) mehrere Fallgatter. Zwischen diesen waren Angreifer hilflos gefangen und konnten mittels Scharten in den Wänden oder Öffnungen in der Decke (Mörderlöcher) kontrolliert und beschossen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.